“Here they come!”
In der Kategorie „Verunglückt“: Der Teaser Trailer zu The Curse of the Black Pearl. Wenn ihr euch hinterher fragt: „Was sollte mir das jetzt sagen?“, dann geht es euch wie mir.
Was zum Lachen: High School Never Ends von Bowling for Soup
Was zum Heulen: Only An Ocean Away von Sarah Brightman
Noch was zum Heulen: My Heart Will Go On von Celine Dion
Und das Lied wollte ich schon vor einiger Zeit mal einbringen: Everything I do von Bryan Adams
Genug geschluchzt – hier was zum Abrocken. Irgendwie besser als die tatsächliche Filmfassung. :-) (Sorry, Hans.)
- Der Krake: (Der, nicht die, bitteschön.) Noch so ein altes Sagenmotiv, diesmal aus der norwegischen Mythologie. Original Scandinavian, wie Ragetti bereits weiß. Diese Riesentintenfische machen sich einen Spaß daraus, Schiffe mit ihren Fangarmen in die Tiefe zu ziehen. Bei Jules Verne treffen Kapitän Nemo & Co. auch ein Exemplar an, wenn ich mich richtig erinnere. Ursprung der Legende sind vermutlich Riesenkalamare.
- Ein immer wieder beliebtes Motiv in Märchen und Sagen ist das magische oder auch verfluchte Schwert, und natürlich finden wir es in PotC in Form des Degens, den Will für Norrington anfertigt. Und wie sich häufig das Schwert letztlich gegen seinen Besitzer wendet, so wird auch Will mit seiner eigenen Klinge getötet.
- Was wäre eine Sage ohne einen Drachen? Schon Siegfried wurde erst dadurch berühmt, daß er Fafnir tötete. In China wiederum symbolisiert der Drache große Macht. Dementsprechend ist Sao Feng, dessen Anhänger eine Drachentätowierung tragen, ein mächtiger Widersacher unserer Helden.
- Mahlstrom: Findet sich bereits in den Sagen des Altertums als das Meeresungeheuer Charybdis. Interessant ist allerdings, woher der Begriff kommt: Da mahlt nämlich was.
- Insbesondere in Sagen des Altertums greifen die Götter hier und da ins Geschehen ein. In moderneren Sagen oder Märchen wurden daraus die Jungfrau Maria, die Kornmuhme, die Ahnfrau, die wilde Jagd und was sich da noch so tummelt. In PotC sind die Götter selbstverständlich durch Calypso vertreten, aber auch durch die Aztekengötter, die Cortez’ Schatz mit dem Fluch belegen.
- Und a propos, ein verfluchter Schatz ist selbstverständlich auch ein bekanntes Motiv. Man denke z.B. an den Nibelungenhort, der irgendwo im Rhein schlummern soll…
- Davy Jones: In Seefahrersagen der Geist der See, häufig ein böser Geist, Dämon oder auch Teufel. Über die Ursprünge wurde viel gemutmaßt; Tatsache ist, daß niemand weiß, woher der Begriff kommt. Als „Davy Jones’ locker“ wurde der tiefe Ozean oder Meeresgrund bezeichnet, und über wen man sagte: „He’s gone to Davy Jones’ locker“, der hatte ein feuchtes Seemannsgrab gefunden. In Robert Louis Stevensons Treasure Island kommt der Ausdruck vor, sogar in meiner deutschen Übersetzung (von Richard Mummendey) habe ich ihn gefunden – erstaunlich, da er im Deutschen völlig unüblich ist. Wenn in The Curse of the Black Pearl Will und Pintel über besagten locker sprechen („… or I’ll pull this trigger and be lost to Davy Jones’ locker!“ – „… he was sinkin’ into the crushin’ black oblivion of Davy Jones’ locker.“), beziehen sie sich übrigens noch nicht auf Bill Nighys Charakter, sondern benutzen einfach die Redewendung. Erst im Zuge der Diskussion, was man aus einer Fortsetzung machen könnte, überlegten sich die Drehbuchschreiber, Davy Jones als tatsächlichen Charakter einzubringen.
- Das trojanische Pferd (das ja eigentlich das griechische Pferd heißen sollte) kommt zwar nicht in den Filmen vor, aber Ragetti bezieht sich auf diese List, als er und Pintel in Frauenkleidern aus der Schatzhöhle rudern, um Norrington und seine Leute abzulenken.
Die Flying Dutchman hat ihren Namen nach dem berühmten Fliegenden Holländer erhalten, der allerdings kein Schiff, sondern ein Mensch ist (wobei tatsächlich manchmal auch sein Schiff so bezeichnet wird). Von dieser alten Sage gibt es unzählige Varianten. In einigen heißt es, der Holländer habe vergeblich versucht, ein Kap zu umfahren und geschworen, es würde ihm glücken, selbst wenn es alle Ewigkeit dauern würde, woraufhin er zu eben diesem Schicksal verdammt wurde. In einer Erweiterung dieser Version versucht die Mannschaft, vorbeifahrenden Schiffen Briefe an ihre längst verstorbenen Familien mitzugeben; leider bedeutet eine Begegnung mit dem Geisterschiff, daß das betreffende Schiff untergehen und seine Besatzung sterben wird.
Eine andere Variante berichtet, auf dem Schiff sei die Pest ausgebrochen und es sei daher an jedem Hafen abgewiesen worden, somit für immer auf den Meeren umherirrend.
Heinrich Heine lässt den Protagonisten seiner Memoiren des Herren von Schnabelewopski eine Theateraufführung des Fliegenden Holländers besuchen – zumindest teilweise, eine Ablenkung in Form einer schönen blonden Frau und eines Sofas im Hinterzimmer spielen eine gewisse Rolle. Sehr bissig, aber auch sehr witzig geschrieben!
Auf der Basis dieser literarischen Vorlage schrieb Richard Wagner seine berühmte Oper, die ich ganz persönlich für ein Meisterwerk halte… und für wesentlich besser als seine späteren Werke. Zumindest kann ich sie in ihrer Gänze genießen; von allem, was danach kam, sind wenige Stücke wundervoll und der Rest grauenhaft. (Wagner-Anhänger mögen ja gern anderer Meinung sein.) Als Hörproben empfohlen: Die Ouvertüre (unbedingt!) und der berühmte Chor „Steuermann, laß die Wacht!“ Daneben sind meine Favoriten „Die Frist ist um“ (Eingangsarie des Holländers) und das Duett Holländer-Senta „Wie aus der Ferne längst vergangner Zeiten“. Es existiert eine großartige Verfilmung aus den 70er Jahren mit Donald McIntyre, inzwischen einem der großen Wagner-Interpreten, in der Titelrolle. Leider ist sie nicht im Handel erhältlich; vielleicht strahlt 3sat sie irgendwann noch mal aus, anderenfalls kann eine Kopie on demand beim ORF bestellt werden, das ist aber alles andere als billig.
Bei Heine und Wagner taucht übrigens zum ersten Mal die Erweiterung der Sage auf, daß der Holländer nur alle sieben Jahre an Land gehen und nur durch die Treue einer Frau erlöst werden kann.
Eine Vorgeschichte der Oper schrieb Julius Wolff, dessen Werke ich trotz gewisser Überromantisierung sehr schätze. Der fliegende Holländer reicht gewiß nicht an Der Rattenfänger von Hameln heran, sein wohl bestes Werk (wurde vor ein paar Jahren neu aufgelegt), in dem er zum ersten Mal sein starres Reimschema durchbricht und in dem er die alte Hamelner Sage mit vielen lebendigen Charakteren bevölkert. Aber sein Holländer ist eine finstere Erzählung über Liebe, Schuld und Verstrickung, neben der sich Davy Jones’ Historie wie eine Gutenachtgeschichte ausnimmt. Da ignoriert man auch gern den reichlich kitschigen Stil.
Deutlich an diese Sage angelehnt ist Wilhelm Hauffs „Die Geschichte von dem Gespensterschiff“, die im Orient angesiedelt ist und in der die verfluchte Mannschaft nur Ruhe finden kann, wenn ihre Füße festen Erdboden berühren. EUROPA hat vor vielen Jahren ein schönes Hörspiel daraus gemacht; meine geliebte LP hat leider längst das Zeitliche gesegnet, aber inzwischen gibt es eine CD-Version davon… in Vinyl-Optik!
Name: Cotton
Beruf: Pirat
Mannschaft: Interceptor; Black Pearl; Hai Peng
Verwandtschaft: unbekannt
Besondere Merkmale: Zunge fehlt
Besondere Besitztümer: Papagei
Darsteller: David Bailie

Scarlett ist selbstverständlich eine Hommage an die rothaarige Schönheit der Disney-Attraktion. Ihr wisst schon: „We wants the redhead!“ Dabei war ihre Darstellerin Lauren Maher zunächst gar nicht für eine Sprechrolle engagiert worden; in Film 1 darf sie nur eine Watsche verteilen. In Film 2 ließen ihr die Drehbuchschreiber immerhin einen Satz zukommen, und in Film 3 hat sie endlich einen richtiggehenden Dialog. Was erwartet uns wohl in Film 4? Scarlett in einer tragenden Rolle?
Das Lied ist ja ganz nett, aber… Mal ehrlich, ein Video zu einer Fanfiction? Ich bewundere es, wenn jemand so viel Arbeit in sein Hobby steckt, trotzdem ist das so der Punkt, wo ich mir ratlos den Kopf kratze. Und dann auch noch ein klassisches Beispiel des typischen Fanfic-Kitsches: Heldin! Natürlich jung und schön. Und mutig und schlau. Natürlich mit tragischen Elementen. Natürlich mit Liebesgeschichte. Natürlich Fanart im Manga-Format. *schauder* Und bitte – Maccus?? Ich finde ihn auch cool, ehrlich, aber er schien mir jetzt nicht unbedingt der Typ für eine Romanze zu sein.
Was lehrt uns das? Es ist schon gut, dass die Verlage lieber professionelle Schreiber für Lizenz-Romane engagieren…
Brainstorming: Würde ich auch nur die geringste Ahnung haben, wie man ein Video zusammenstellt, und hätte ich die Zeit und Lust, ein Video zu meiner Fanfiction zu machen, wie sähe das wohl aus? Welche Musik würde ich wählen? Würde ich die talentierten Mädels aus dem KTTC-Forum für die Fanart anheuern, auf Yahoo Avatars zurückgreifen oder vielleicht Playmobil benutzen?
A propos: Das nächste Kapitel von Blood Money geht im Laufe des Tages online.