Das ist zur Abwechslung mal ein gelungenes Bowie-Musikvideo, in dem er sich sogar nach langer Zeit wieder androgyn zu geben traut. Der Song an sich ist ja schon eine klare Hommage an seine Männer von den Sternen, aber im Video ist alles drin: Die Ziggy-Pose samt Baumelohrring, Hackenschuhen und „Alien-Augen“, unübersehbare Anleihen beim Space Oddity-Video, beim Under Pressure-Video, bei The Man Who Fell To Earth und bestimmt bei noch diversen anderen Projekten, die mir jetzt nicht aufgefallen sind. (Sogar James Dean ist dabei, tsts.)
Schön wäre es natürlich gewesen, wenn Clips aus den Originalen eingefügt worden wären, aber ich schätze, das war eine rechtliche Frage. Ist es fies, wenn ein Künstler für seine eigenen Bildaufnahmen zahlen muß, weil andere Leute das Copyright haben, oder was?
David Bowie / Pet Shop Boys / Brian Eno: Hallo Spaceboy
Absolut unglücklich bin ich dagegen mit dem hier. Der Song gehört zu meinen Bowie-Top Ten, finster und apokalyptisch mit seinem Tschernobyl-Hintergrund, aber das Video… aargh!
David Bowie: Time Will Crawl
Aber hey, vielleicht war es eher seine Absicht, die Leute zum Zuhören statt zum Zusehen zu bringen.
brings back happy memories of dancing to this in 1973 in my platform shoes i used to twist my ancle every week at a disco wearing those shoes lol (YouTube-Kommentator/in)
Nostalgie ist doch was Tolles.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende ohne verrenkte Knöchel!
Ich habe zu viele uninspirierte Musikclips gesehen in letzter Zeit. Gemeint sind die offiziellen Promovideos, keine Fanproduktionen. Denke mir immer, man könnte so viele interessante Sachen mit dem Medium anstellen, aber das Endergebnis ist meist enttäuschend. Darum versuche ich jetzt mal, ein kleines Projekt anzustoßen und originelle, mir persönlich zusagende oder auch völlig missratene Videos vorzustellen. Eure eigenen Favoriten sind dabei natürlich ebenso willkommen wie Kommentare und Ergänzungen.
Ich mache den Anfang mit einer Auswahl von Queen, die in meinen Augen fast ausnahmslos tolle Sachen produziert haben – vorbildlich!
Magisch! Queen: A Kind of Magic
Von wegen unsichtbar - Queen: Invisible Man
Künstlerisch wertvoll? Zumindest mehr als eine Anspielung. Queen: Innuendo
Tempo, Tempo! Die Legende besagt, daß die Jungs extra für diesen Dreh ihre Lebensversicherung hochgestuft haben. Queen: Breakthru
Aaargh – dieser Fall könnte glatt von unserer Haßagentur mit dem großen S stammen. Dabei fing’s eigentlich ganz harmlos an…
Dear Madam, dear Sir,
thank you for sending us regularly your publication. Unfortunately we
have not received no. 116 and all following issues. As we are very
interested in obtaining these issues we kindly ask you to despatch them
as soon as possible.
Blabla, Name, Firma, Adresse
Dear Mr.
We are in receipt of your request for Issue 116 of the Concrete Beton.
Yes we do indeed always keep extra prints incase of such an occurrence
that more is requested.
Please sate how many magazines you would like for me to send of to you.
Issue 117 will be released in the later month of June.
Publication has just been edited to a ''new look''.
Terms of delivery will depend on the quantity requested.
We would like to take this opportunity to thank you for your support.
Regards
XYZ
Dear Ms X,
we need just one copy of no. 116; since no. 117 is due to be published,
perhaps you could send both issues in one shipment?
Thank you,
Blablabla
Adresse
Hi Clarissa
I have issues 115, 116 and 117.
Which issues would you like and how many of each?
I will work this out then send them off to you.
Regards
XYZ
Dear X,
one issue each of 116 and 117 would be fine.
Regards,
Blabla
Adresse
Sure thing Clarissa :)
Address Please?
X
Das ist dann einer dieser Fälle, wo ich mein Englisch oder das meines Gegenübers anzweifle. Oder wo ich gern mal meine piratische Reklamation losschicken würde:
Avast, ye scurvy dogs!
Ye be sendin’ those issues what ye failed to hand over to us right now or I’ll have ye keelhauled! Those bein':
[hier einfügen]
Arrrrr!
Clarice the Beak Crew of the Periodicals Acquisition Department
Mit der Frage setzte sich der Eigentümer des Plattenstandes, den ich gerade durchforstete, erst mal ab. Ganz neue Erfahrung, daß man als Kunde auf mehrere hundert Euro in LPs aufpassen durfte… Zugegeben: Interessante Sachen waren trotz riesiger Auswahl nicht dabei – hauptsächlich 80er Pop, und dabei eine Menge Sampler. Immerhin Chris Reas The Road To Hell (ja! Richtig gute Musik mit Aussage) und Revenge von den Eurythmics. Klauenswert wäre eigentlich nur die Kiste mit den „richtig guten Sachen“ gewesen, an die ich mich erst ganz zum Schluß traute; ein 45-Euro-Preisschild gleich auf der ersten Scheibe kann schon einschüchtern.
Gruselig war übrigens der andere Teil des “ihr”: Ein extrem mitteilsamer Typ in ca. meinem Alter, der zuerst den Standinhaber zutextete und dann beim Stöbern immer laut kommentierte, was er fand, oder uns mit seinen Gesangskünsten erfreute.
Part I: Am besten in Totenstille zu genießen, Lautstärke aufdrehen. Ich bekomme regelmäßig eine Gänsehaut. Part II: Konventioneller, aber nicht weniger gut. The Road To Hell I & II
Kein Kompliment für die Medien, aber leider wahr: You Must Be Evil (Ignoriert das Video)
Samstag war ja nun leider nicht das idealste Flohmarktwetter, aber gegen Mittag trauten die meisten Verkäufer dann doch dem halbwegs blauen Himmel und holten ihre Ware unter den schützenden Planen hervor. Allerdings hatte sich der Händler, zu dem ich eigentlich wollte, entschieden, gar nicht erst aufzutauchen. Keine Eurithmics-LPs, schluchz! Landete dann bei einem Konkurrenten, der sich auf die 60er und 70er spezialisiert hatte. Der nette polnische Herr gehörte zwar der extrem zu hilfreichen Front an, aber weil er zwischendurch immer mal von anderen Standinhabern abgelenkt wurde, gelang es mir doch, seine Bestände einigermaßen in Ruhe zu durchforsten. Und was sollte mir dabei in die Hände fallen als ausgerechnet die einzige Roxy-Platte in seinem Besitz, und das ausgerechnet ihr grandioses Virginia Plain? Unnötig zu sagen, daß die Single keine fünf Minuten später den Eigentümer wechselte und an diesem Wochenende mehr als einmal bei mir lief...
Ansonsten hatte Muttern einen Traum, in dem ich Rudi Dutschke anschleppte. (Sie musste am nächsten Morgen erst mal Vattern fragen, wer das genau war. Er wußte es natürlich. O-Ton Muttern: „Bist ja doch zu was gut.“) Tiefenpsychologisch würde ich sagen, sie macht sich ein bisschen Sorgen, daß Töchterchens plötzliches Interesse an der Musik seiner Zeit sie auf die schiefe Bahn führen könnte. ;-) Erinnere mich noch, damals, als ich mit Queen anfing…
Erheblich komischer wurde es allerdings, als er meine Bücher zur Hand nehmen wollte. „Da sahst du ihn so an, na ja, wie du das immer so machst, so missbilligend…“ – „Hey!“ – „… und ich meinte: ‚Ja, da ist sie sehr eigen, lassen Sie lieber die Hände davon.’“ Okay, ich mag das bei meinen Lieblingsbüchern nicht, weil in der Regel niemand vorsichtig genug damit umgeht – na und, ist mir das zu verdenken?! Wer einmal erlebt hat, wie ignorante Zeitgenossen auf tollen Hochglanzfotos mit den Finger rumtatschen oder wunderschöne Sonderausgaben mit Schutzumschlägen achtlos ins Regal donnern, wird vielleicht verstehen, daß ich sofort in Alarmstellung gehe, wenn sich jemand meinen kostbaren Besitztümern nähert. Erst recht, wenn dieser Jemand seit dreißig Jahren in seinem Grab liegen sollte.
Bekanntlich kommt ja alles wieder.
Seit Sonntag bin ich dank der großzügigen Spende einer Freundin wieder stolze Besitzerin eines Plattenspielers - mein letzter hatte vor vielen Jahren den Geist aufgegeben und wurde nie ersetzt. Samstag war ich dementsprechend schon mal auf dem Flohmarkt unterwegs und habe das Angebot gecheckt. Da wurden wirklich meterweise LPs und Singles (pro Stand, wohlgemerkt!) angeboten, deren Preise allerdings bei gleichem Zustand weit variierten; von 3,- bis 18,- Euro war alles dabei. Neben solchen anscheinend einstigen Verkaufsschlagern wie "Best of the 60's", die an fast jedem Stand zu finden waren, war auch das Angebot sehr breit gefächert - mit dem nötigen Kleingeld (und der nötigen Muskelkraft) konnte sich der Interessierte eine komplette Sammlung seiner Musikrichtung zulegen. Tja, nun weiß ich ja, wohin ich meine schwer verdiente Kohle in den nächsten Wochen schleppen werde... Was mir davon ab positiv aufgefallen ist: Die Aktion "Unser Flohmarkt soll weniger professionell werden" der Stadt Hannover scheint Wirkung gezeigt zu haben - die Händler waren wesentlich offener fürs Feilschen als ich es in Erinnerung hatte.
Urlaub und ab in die internetlose Wüste! Werde vielleicht bei Vattern mal reinschauen, aber da ich seinen Möglichkeiten der Trojanerabwehr nicht wirklich vertraue, erwartet bitte nicht, dass ich mich einlogge, um was Neues zu posten. Daher das übliche Potpourri zur Überbrückung:
1. „And that was the second time Johnny had to throw up. He had to do this scene six times, and after the sixth take he didn’t come back. He was somewhere in the bushes, throwing up.” So Regisseur Tim Burton in seinem Audiokommentar zu Edward Scissorhands mit hörbarem Vergnügen. Ansonsten ist der Kommentar zu vernachlässigen. Man erfährt einige interessante und witzige Infos, aber für einen Film dieser Länge erzählt Burton eindeutig viel zu wenig. Dafür ist der Kommentar von Danny Elfman (Komponist) der bislang ungewöhnlichste, der mir untergekommen ist. Die Dialogtonspur wurde komplett weggelassen; stattdessen läuft der Film nur von Elfmans Musik untermalt ab. Spannend! Und Elfmans Anmerkungen zur Musik und zur Zusammenarbeit mit Burton lohnen sich definitiv, auch wenn oft lange Pausen zwischen den Kommentaren liegen.
2. A propos, beide Hellboy-Kommentare (Guillermo del Toro und Mike Mignola / Ron Perlman, Selma Blair, Jeffrey Tambor und Rupert Evans) sind extrem witzig. Letzterer insbesondere, ich habe nicht mal bei Keira Knightley und Jack Davenport auf Pirates 1 so viel gelacht. Ron Perlman ist wirklich ein Comedy-Talent. Wenn er del Toro oder Jerry Lewis imitiert, bleibt kein Auge trocken, und bei der Schilderung seines Joch-Unfalls schrieen sogar seine Co-Stars vor Lachen. („I don’t know who designed that yoke, but if I do: I’m coming for you!“) Und dann war da ja noch die Kußszene… Ron: So I had to wait 53 years to kiss the girl in the end. Rupert: How was it, to kiss the red boy? Selma: Very romantic. But a bit too much tongue. Ron: On who’s part?! Selma: Yours! (…) So I say to Guillermo: ‚I think it was too much tongue.’ And he goes: ‚RON!!!’
3. Und a propos O-Ton: „Ich habe es so gehört, also erzähle ich es so weiter.“ (Ein Kollege über eine Kollegin. Soviel zum Thema Gerüchte und üble Nachrede.) „An meine kirchliche Trauung erinnere ich mich gar nicht mehr. Ich weiß nur noch, daß ich mich auf die Eisbombe gefreut habe, die es hinterher gab.“ (Meine Mutter, romantisch wie immer) „Schon von seiner Stimme bekomme ich einen Orgasmus.“ (YouTube-Kommentator/in über Robert Smith) „He’s a German boy, where did he learn to ride like that?“ (Eli Wallach über Horst Buchholz in Die glorreichen Sieben. Ich liebe Amis und ihre Sicht der Welt.)
4. Die besondere Unterkunft in Neuseeland gefällig? Auf woodlynpark.co.nz findet ihr die Möglichkeit, im ersten Hobbit-Motel der Welt unterzukommen.
5. Was sehen meine Augen - es gibt eine DVD-Version von Neil Gaimans TV-Mehrteiler Neverwhere! Kein Vergleich mit dem Buch natürlich, aber ich fand die Verfilmung schon sehr unterhaltsam.
6. Es wird stürmisch:
Blackmore’s Night: The Storm
Ich weiß, das Video ist nicht der Hit – aber glaubt mir, ich habe noch das am wenigsten schreckliche ausgesucht… ehrlich!
7. Und weil Jan es schon mal ansprach:
Rainbow: Temple of the King
Ich glaube, ich bleibe lieber bei BN. :-)
8. Cover(ed) ist nicht meine Kategorie, immerhin wurde mir bereits aus fachkundigen Kreisen bestätigt, daß ich keine Ahnung von Musik habe. :-) Aber diese beiden Versionen von Walking in Memphis wollte ich mal gegenüberstellen, weil ich Marc Cohns Original sehr schätze und Chers Fassung nicht ausstehen kann. (Und ja, mir ist bekannt, daß auch eine Version von Lonestar existiert.)