Labyrinth, Teil 4: Becoming a woman
Sarah entscheidet sich für letzteres, zerschmettert den Traum und findet sich auf einer Müllhalde wieder. Den angebissenen Pfirsich hält sie noch immer in der Hand, doch nun sieht sie, daß ein Wurm daraus hervorkriecht – eine nicht direkt verbotene, aber verdorbene Frucht sozusagen. Nun bedeutet das ganze nicht, daß Sarah ihre beginnende Sexualität ablehnt. Sie weigert sich lediglich, sich zum Objekt machen zu lassen. Wen oder was Jareth in der Szene verkörpert, liegt im Auge des Betrachters: den Mann, den Erfahrenen, den Erwachsenen, in jedem Fall jemanden, der Sarah überlegen ist. Aber sie ist willensstark genug, sich nicht in die passive Rolle drängen zu lassen.
Jareths Kostüm in dieser Szene drückt seine doppelte Bedeutung aus – schwarz mit gehörnter Maske für den Versucher, Glitzerbesatz für den Märchenprinz.
Die Kobolde, die auf der Müllhalde leben, sind bepackt mit allem möglichen Gerümpel und Meister darin, noch mehr Gerümpel zu finden, das sie sich oder anderen aufdrücken können. Das ist endlich mal ein Symbol, das man nicht so häufig antrifft, die Menschen, die sich und ihre Umgebung mit emotionalem Müll vollstapeln. Die scheinbar nette alte Dame, die der verwirrten Sarah hilft, führt sie in einen unterirdischen Raum, der Sarahs Zimmer nachgebildet ist. Zunächst glaubt sie in der vertrauten Umgebung, sie habe geträumt, doch als ihr ihre Ausgabe von The Labyrinth in die Hände fällt und sie die inhaltsschweren Zeilen liest, die sie zu Beginn des Films rezitiert hat, kommt ihr wieder zu Bewusstsein, was ihre Aufgabe ist. Sie reißt die Wände der Illusion nieder und stürmt mit Ludo und Sir Didymus auf die Koboldstadt zu.



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