Und dann ging die Welt unter. Dragonlance, Teil 2
Das war somit der letzte DL-Roman der neuen Reihe, den ich gelesen habe (mit der Ausnahme The Odyssey of Gilthanas ). Natürlich verstehe ich, daß die ganze Aktion spieltechnisch notwendig war; keine Spielwelt ohne Abenteuermöglichkeiten. Aber in der Beziehung hatten die Dragonlance-Macher von Anfang an den „Fehler“ gemacht, Romane zu schreiben. Wohlgemerkt, in Anführungszeichen. Die Romane sind großartig, die Charaktere lebendig – aber eben so erfolgreich, daß sich jeder, der nach Lektüre der ersten Trilogie beschließt, die Abenteuermodule durchzuspielen, verpflichtet fühlt, seinen SC romangerecht zu spielen… und das ist der Tod jeder Kreativität und somit jedes Rollenspiels.
Zum Glück gab es mehr als genug Autoren, die lieber die Vergangenheit aufarbeiteten statt die Zukunft zu formen (oder vielmehr beides taten), und so kamen einige der besten Romane der DL-Reihe zustande. Defenders of Magic Trilogy, The Icewall Trilogy und The Kingpriest Trilogy gehören dabei zu meinen Favoriten, jedermanns Liebling The Soulforge fand ich überbewertet, dafür gefiel mir dessen Nachfolger Brothers in Arms ganz ausgezeichnet. Dragons of the Dwarven Depths als Teil der Lost Chronicles wies zwar noch mehr Widersprüche zu den Chronicles auf als Legends, aber ich habe mich beim Lesen so großartig amüsiert, daß mich das nicht weiter störte. The Lost Chronicles untermauern aber in gewisser Hinsicht meine Meinung, daß die Chronicles einfach unschlagbar sind: In bester back to the roots-Tradition erzählen Weis und Hickman darin die Episoden des Drachenkrieges, die damals als Spielmodule erschienen sind, es aber nie in die erste Romantrilogie geschafft haben. Und es ist einfach nur schön, die Zeit zurückzudrehen und wieder mit Raistlin, Caramon, Tanis, Flint, Tasslehoff, Laurana, Sturm, Goldmoon, Riverwind & Co. auf Abenteuer auszuziehen…



