What’s her name?
Ansonsten hatte Muttern einen Traum, in dem ich Rudi Dutschke anschleppte. (Sie musste am nächsten Morgen erst mal Vattern fragen, wer das genau war. Er wußte es natürlich. O-Ton Muttern: „Bist ja doch zu was gut.“) Tiefenpsychologisch würde ich sagen, sie macht sich ein bisschen Sorgen, daß Töchterchens plötzliches Interesse an der Musik seiner Zeit sie auf die schiefe Bahn führen könnte. ;-) Erinnere mich noch, damals, als ich mit Queen anfing…
Erheblich komischer wurde es allerdings, als er meine Bücher zur Hand nehmen wollte. „Da sahst du ihn so an, na ja, wie du das immer so machst, so missbilligend…“ – „Hey!“ – „… und ich meinte: ‚Ja, da ist sie sehr eigen, lassen Sie lieber die Hände davon.’“ Okay, ich mag das bei meinen Lieblingsbüchern nicht, weil in der Regel niemand vorsichtig genug damit umgeht – na und, ist mir das zu verdenken?! Wer einmal erlebt hat, wie ignorante Zeitgenossen auf tollen Hochglanzfotos mit den Finger rumtatschen oder wunderschöne Sonderausgaben mit Schutzumschlägen achtlos ins Regal donnern, wird vielleicht verstehen, daß ich sofort in Alarmstellung gehe, wenn sich jemand meinen kostbaren Besitztümern nähert. Erst recht, wenn dieser Jemand seit dreißig Jahren in seinem Grab liegen sollte.



