Dienstag, 8. April 2008

Alles neu...

Da ich schon länger kein richtiges Piratenthema mehr gefunden habe, mußte eben das gesamte Blog eine piratische Aufmotzung über sich ergehen lassen. Na? Wer erkennt die Kategorien, ohne nachzuschauen?

Die glorreichen Drei

Philip Pullmans neuestem Buch, Once upon a time in the North, merkt man den Spaß an, mit dem es geschrieben wurde. Obwohl in Lyras Welt angesiedelt, wird diesmal kein kontroverses, schwerwiegendes Thema behandelt, sondern – wie unschwer am Titel zu erkennen ist – eine klassische Westerngeschichte erzählt.

Der junge Aeronaut Lee Scoresby und sein Dæmon Hester kommen auf die entlegene Insel Novy Odense, wo sie alsbald zwischen alle Fronten geraten. Öl ist entdeckt worden; ein ehrgeiziger Politiker scheut keine Mittel und Wege, sich die Macht zu sichern; ein Schiff wird aus fadenscheinigen Gründen am Auslaufen gehindert; die zivile Kontrollstelle sieht ihre Autorität von dem bewaffneten Sicherheitsdienst einer einflussreichen Firma bedroht; eine rätselhafte junge Frau sucht Lees Rat; und ein alter Widersacher taucht auf. Gut, daß sich Lee und Hester der Unterstützung des Panzerbären Iorek Byrnison versichern können…

Eine Mischung aus Once upon a time in the West und The Magnificent Seven mit Fischöl-Charme, in der der große Shootout natürlich nicht fehlen darf. Selbst die klassischen Westernvertreter des weiblichen Geschlechts, die verführerische, aber verruchte (in diesem Fall strohdoofe) Sirene und die kühle, aber integre Heroine (hier eine Bibliotheksangestellte! Hurra!!) sind vorhanden. Habe mich bei der Lektüre des leider viel zu kurzen Büchleins köstlich amüsiert.
Gag am Rande: Der Kapitän des den Hafen nicht verlassen dürfenden Schiffes ist Holländer, was die Sage vom fliegenden Holländer irgendwie ins Gegenteil verkehrt…

Darüber hinaus sind ein paar nette Extras vorhanden, so das Brettspiel „Peril of the Pole“ und drei Briefe, die wie Lyra's Oxford offensichtlich schon mal langsam auf Teil 4 von His Dark Materials vorbereiten sollen. Zur deutschen Ausgabe habe ich noch nichts gefunden – hoffe, sie übersetzen den Titel wenigstens halbwegs clever. Spiel mir das Lied vom Norden oder so…

„Na, schießen sie oder nicht?“ Nicht zu übersehende Anleihen in der Lagerhaus-Szene. Yul Brynner ist Lee Scoresby, Steve McQueen ist Iorek Byrnison.

Schwarz gekleidet und Klapperschlangendæmon? McConville kann nur ein liebenswerter Mensch sein! „Dann fesselte ich ihn, band seinen Dæmon auf seinem Pferd fest und machte es los…“

Jack T. Chick: "Katholizismus ist gar nicht so schlecht"

So würde vielleicht eine Überschrift in Chicks Hauszeitschrift "Battle Cry" lauten. Diesen Artikel fand ich doch irgendwie sehr ulkig. Okay, ich finde alles bei Chick ulkig, aber angesichts seiner Katholizismusfeindlichkeit ist das doch das Sahnehäubchen. Natürlich wird nicht extra darauf hingewiesen, daß die östlichen EU-Staaten erzkatholisch sind, das ist im Zuge der Argumentation ja nicht wichtig. Und wie heißt es doch immer so schön: "The enemy of my enemy..."

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